„Du bist gar nicht meine richtige Mami!“

„Du bist gar nicht meine richtige Mami!“

Habt ihr diesen Satz so oder so ähnlich auch schon gehört? „Du hast mir gar nichts zu sagen, bist ja nicht mal mein richtiger Papi!“ Oder fürchtet ihr euch vielleicht vor einer solchen Situation in einer potentiellen neuen Beziehung?

Eine offene und konstruktive Streitkultur muss gelernt und will gepflegt werden und führt bereits in „klassischen“ Familien zu der ein oder anderen Herausforderung. Wie aber geht man in Patchworkfamilien richtig damit um? Es macht sicher Sinn Rollen und Erziehungskompetenzen aller Familienmitglieder zu definieren und nach Möglichkeit klar abzugrenzen. Dürfen der „neue“ Papa und die „neue“ Mama bei allen Themen mitbestimmen oder beraten sie eher?

Habt ihr mit diesem Thema bereits Erfahrung? Oder beschäftigen euch konkrete Fragen zum Thema Erziehungskompetenzen in einer Patchworkfamilie? Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

 

3 Kommentare zu „„Du bist gar nicht meine richtige Mami!“

  1. Wirklich ein heikles Thema. Ich bin selbst Stiefmami von drei Mädchen und wir haben noch einen gemeinsamen Sohn. Zwei der Mädchen sind mitten in der Pubertät. Selber habe ich diesen Spruch nicht gehört, aber gedacht haben sie ihn mehr als einmal!

    Wichtig ist sicher die klare Abstimmung zwischen Papa und neuer Partnerin, denn hier treffen zwei Welten aufeinander: Der Vater mit teilweise schlechtem Gewissen den Kindern gegenüber und die neue Partnerin mit ihrer Vorstellung vom neuen Familienleben. Wir haben an dieser Stelle zu blauäugig in den Tag hinein gelebt und so im Nachhinein gesehen unglaubliches Streit- und Frustpotential in der Partnerschaft vorprogrammiert.

    Grundsätzlich verstehen die Kinder mehr als man meint und sie können hervorragend unterscheiden, ob sie daheim bei der Mutter sind oder beim Vater mit der neuen Partnerin. Sie ziehen durchaus auch ihren Nutzen aus der erweiterten Familie. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, das ungefähr so geht: Das Kind wird nicht nur von den direkten Eltern erzogen, sondern vom ganzen Dorf. Die Kinder haben so die Gelegenheit vielfältige Eindrücke und Ideen zu gewinnen.

    Rückblickend ist für mich eins das absolute A und O: Ehrlich sein zu den Kindern und konsequent. Denn dadurch ist man für sie berechenbar und eine bleibende Konstante.

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  2. Eine ganz schwierige Frage. Die beschäftigt übrigens fast alle Stiefmütter. Wo halte ich mich raus, wo mische ich mich ein. Generell halte ich nichts davon, sich aus allem auszuhalten. Dann kann es nämlich plötzlich sein, dass man nicht mehr Herr in seiner eigenen Wohnung ist.

    Sehr hilfreich ist es, wenn man Probleme nicht zu persönlich nimmt, sondern sie eher auf seine Position als Stiefmutter überträgt. Das hilft dabei, in manchen Situationen einen inneren Abstand zu halten.

    Wobei ich nicht glaube, dass es allein eine Sache zwischen der Stiefmutter und den Kindern ist, ob es Probleme gibt oder nicht. In einer Patchwork Familie ist man eben nicht nur Vater/Mutter/Kind. Da spielen viele andere Personen eine tragende Rolle. Seien es die Ex Partner, die neuen Partner der Ex Partner, die Familie des Ex Partners oder des aktuellen Partners. Dazu kommen noch Schwierigkeiten mit dem Familienrecht, welches von zweiten Familie oft als ungerecht wahrgenommen wird.

    Auf meinem stiefmutterblog.com beleuchte ich die Probleme aus unterschiedlichen Blickwinkeln. P.S. Mein Buch zu dem Thema heißt übrigens: „DU hast mir gar nichts zu sagen“, insofern sprang mir eure Frage geradezu ins Auge :).

    Liebe Grüße, Susanne

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